Freiheit für Delfine!

Nachdem WDR.de über den Antrag der Piratenfraktion NRW, Delfinarien in Nordrhein-Westfalen zu verbieten, berichtete und auch die ablehnende Haltung der SPD gegenüber der PIRATEN-Initiative betonte, haben viele engagierte Bürgerinnen und Bürger auf der Facebook-Seite der SPD-Fraktion ihren Unmut zum Ausdruck gebracht. Zeit für uns, die Hintergründe des Antrags noch einmal näher zu beleuchten und mit Simone Brand, in der Piratenfraktion zuständig für Tierschutz-Themen, über das Elend der in Gefangenschaft lebenden Delfine zu sprechen.

Die Piratenfraktion NRW forderte in ihrem Antrag:

1. Die Haltung von Delphinen soll in nordrhein-westfälischen Zoos mit einer angemessenen Übergangsfrist verboten werden;

2. Bei den derzeit in nordrhein-westfälischen Zoos lebenden Delphinen soll die Möglichkeit der Auswilderung ermittelt werden. Dabei sollen eingezäunte Meeresbuchten in Betracht gezogen werden, bei denen Tierpfleger die Delfine betreuen;

3. Eine Bundesratsinitiative zum deutschlandweiten Verbot von Delphinarien.

Die SPD hat angekündigt, diesen Antrag abzulehnen – mit fadenscheinigen Argumenten. Seitdem gibt es einen Sturm der Entrüstung in NRW. In unzähligen Facebook-Einträgen, Tweets und Briefen protestiert ihr gegen die SPD-Haltung. Wir sind beeindruckt von eurem Feedback und freuen uns sehr über so viel Zuspruch für unsere Arbeit.

Wir freuen uns jetzt auf den 19. März 2014 um 15:30 Uhr – dort werden externe Sachverständige sagen, was sie von unserem Antrag und grundsätzlich von Delfinarien halten. Wir haben beantragt, dass die Sitzung live im Internet gezeigt werden soll, damit ihr live miterleben könnt, wer was sagt. Ihr könnt aber auch direkt dabei sein – die Sitzung ist öffentlich – um Voranmeldung per E-Mail an jens.ballerstaedt (at) landtag.nrw.de wird gebeten.

Inzwischen hat die SPD-Fraktion ein Statement auf Facebook veröffentlicht, warum sie unseren Antrag ablehnen will.

Doch wir müssen schon sagen, dass die SPD sehr „freizügig“ im Umgang mit unserem Antrag ist und Dinge kritisiert, die wir gar nicht fordern. Aber im Einzelnen:

Videointerview mit Simone Brand zu dem Antrag:

Die SPD sagt, der Delfinschutz in Deutschland sei doch schon vorbildlich, warum denn noch dieser Antrag?
Leider hinkt Deutschland da immer noch hinterher. Nach der Resolution von Helsinki, in der Delfine als intelligente Wesen anerkannt werden, haben viele Länder, unter anderem auch Indien, Delfinarien verboten. NRW nicht. Der Tierbestand in Delfinarien darf nicht durch Wildfänge gedeckt werden. Deshalb sind Nachzuchten notwendig. Nachzuchten von Wildtieren zur Arterhaltung sind nur dann statthaft, wenn die Art bedroht ist und eine spätere Auswilderung zum ziel hat. Allerdings ist weder der große Tümmler bedroht, noch eine Auswilderung der Nachzuchten denkbar.

Aber warum wollt ihr denn dann die Delfine auswildern?
Unser Antrag fordert lediglich, dass eine Auswilderung geprüft wird. Wir befürworten, dass die verbliebenen Delfine in von Menschen betreuten Meeresbuchten untergebracht werden. Diese Art „betreutes Wohnen für Delfine“ ist dann immer noch „natürlicher“, als ein kleines gefliestes Planschbecken im Zoo…

Die SPD sagt auf ihrer Facebookseite, dass ihr die Delfinarien sofort schließen wollt. Stimmt das?
Eine sofortige Schließung des Delfinariums wäre tatsächlich nur unter größten Anstrengungen möglich. Deswegen fordern wir in unserem Antrag auch die Schließung mit einer angemessenen Übergangsfrist. Wir können es uns nicht erklären wie die SPD auf diese Aussage kommt.

Die Delfine im Zoo wirken immer so fröhlich. Gönnt ihr unseren Kindern nicht den Spaß?
Leider wirkt das Gesicht der Delfine nur so als würden sie lächeln. Aus dem Zoo in Nürnberg sind z.B. Krankenakten bekannt, wonach die Delfine beinahe täglich mit Valium und anderen Beruhigungsmitteln behandelt werden müssen, um überhaupt zu überleben. Wir PIRATEN möchten keine Delfinarien in denen man sich amüsiert, während die Tiere leiden.

Aber wird der Duisburger Zoo dann nicht in die Pleite getrieben?
Leider steht der Duisburger ZOO finanziell auf sehr wackeligen Beinen. Das Delfinarium ist dabei sogar einer der größten Kostenpunkte. Die Besucherzahlen von allen Zoos, die noch ein Delfinarium betreiben sind stark zurückgegangen. Insofern könnte ein Schließen des Delfinariums in Duisburg und ein Umdenken der Zoogestaltung sogar helfen den Zoo zu retten.

Warum ist die SPD denn dann gegen euren Antrag?
Das können wir leider auch nicht sagen. Am besten ihr fragt die SPD Fraktion NRW mal selber, oder ihr kommt besser noch am 19.03. um 15:30 in die öffentliche Anhörung zu unserem Antrag, um zu hören, was Experten und die Parteien zu Delfinarien und deren Verbot zu sagen haben.

Bild: Public Domain


Kommentare

2 Kommentare zu Freiheit für Delfine!

  1. Peter Strohm schrieb am

    Hee, was ist los mit eurer Hauptseite? „Service Unavailable“
    Geht die etwa nicht? 😀 Echt schade!

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