Arbeitskreise

Politische Diskussion in Arbeitskreisen

Politische Aussagen und Positionen sollen in Arbeitskreisen (AKs) entwickelt werden. Diese sollen sich themenbezogen bilden und ihre Arbeitsweise (bis auf regelmäßige Sitzungen) selbst festlegen. Auf den regelmäßigen Sitzungen, wiederum an virtuellen oder realen Orten, soll die Konsensfähigkeit der zwischen diesen Sitzungen erarbeiteten Ergebnisse festgestellt werden. Dazu hat jede Crew das Recht, einen Piraten zu den Sitzungen zu entsenden. Die entworfenen Positionen sollen in den Crews nach Möglichkeit diskutiert werden, der entsandte Pirat soll dann den anderen Crews die Meinung seiner Crew mitteilen. Die Vorschläge werden dann nach Möglichkeiten so modifiziert, dass sie eine größere Zustimmung finden.

So können in mehreren Schritten Aussagen und Positionen entstehen, die diskutiert, argumentiert und durchdacht sind, und die außerdem von vielen Piraten unterstützt werden. Um aus den Ergebnissen Teile eines Parteiprogramms zu machen, sollen diese auf einem jährlich stattfindenden Parteitag wie bisher abgestimmt werden. Der Unterschied zu bisher wäre, dass die Positionen bereits im Vorfeld erarbeitet wurden. So würde die Qualität unseres Programms höher werden, und wir könnten politische Diskussionen ganzjährig und nicht nur an einem (Partei-)Tag führen.

 

Grundsätze

(1) Arbeitskreise dienen der Diskussion und Erarbeitung von politischen Positionen und Aussagen der Piratenpartei und somit zur innerparteilichen Willensbildung.

(2) Arbeitskreise treffen sich mindestens einmal pro Quartal zu öffentlichen Sitzungen. Jede Crew hat das Recht, zu diesen Sitzungen einen Repräsentanten zu entsenden, welcher die Crew-Meinung auf der Sitzung zu vertreten hat. Auf den Sitzungen wird die Konsensfähigkeit von vorher erarbeiteten Positionen und Aussagen überprüft. Ebenfalls wird dort der Termin der nächsten Sitzung per Mehrheitsentscheid der anwesenden Crew-Repräsentanten festgelegt.

(3) Die Arbeitskreise vereinbaren auf ihren Sitzungen eine geeignete interne Arbeitsweise für die Zeit zwischen den Sitzungen.

(4) Die Arbeitskreise haben eine transparente Arbeitsweise sicherzustellen.

(5) Ein neuer Arbeitskreis wird auf Initiative einer Crew eingerichtet. Dazu benennt die Crew einen Verantwortlichen Repräsentanten, einen ersten Sitzungstermin sowie das Thema des Arbeitskreises auf der Sprecherliste.

(6) Jeder Pirat hat das Recht in Arbeitskreisen mitzuarbeiten.

Zur Zeit gibt es folgende Arbeitskreise

Gründen eines Arbeitskreises

Dich interessiert ein Themengebiet, das bisher noch keinen Arbeitskreis hat? Du hältst es für wichtig, dass die PIRATEN sich hiermit beschäftigen? Du hast bisher schon einiges dazu gelesen und kannst Quellen zum Thema finden, lesen und verstehen? Dann steht dir nichts mehr im Weg um einen Arbeitskreis zu gründen.

Als erstes solltest du wissen, dass du dich mit den organisatorischen Fragen immer an den  politischen Geschäftsführer  im  Landesvorstand  wenden kannst, denn dieser ist für die Betreuung der Arbeitskreise zuständig.

Erste Schritte – Was will ich?

Überlege dir ein kurzes Konzept, etwa 300 Wörter, womit der Arbeitskreis sich beschäftigen soll. Versuche dabei so konkret wie möglich zu sein und beschreibe neben den Zielen auch die Vorstellungen, die du hast wie ein Lösungsweg aussehen könnte. Skizziere diesen kurz. Danach versuche einen aussagekräftigen Namen zu finden. So macht es keinen Sinn einen Arbeitskreis Infrastruktur zu nennen, denn das ist ein weites Feld. Nenne den Arbeitskreis lieber „Ausbau Schiene“ oder „Umstrukturierung Öffentlicher Personennahverkehr“. Damit engst du das Betätigungsfeld ein und verhinderst gleichzeitig, dass du deine Energie an zu vielen Fronten gleichzeitig verschwendest.

Sei dir bewusst, dass es zu jeder Meinung auch eine andere, gegenteilige Meinung geben kann – auch zu deiner. Um wirklich langfristig stabil und motiviert arbeiten zu können ist es enorm wichtig sich ausschließlich mit Leuten zusammen zu schließen, die das gleiche Ziel verfolgen wie du selbst und dabei auch einen weitestgehend ähnlichen Weg gehen wollen. Solltest du bei einem Gründungstreffen mit der Hälfte der Leute keinen Konsens über diese beiden wichtigen Punkte, Ziel und Weg, finden, so gründe mit der Hälfte, die dir näher steht einen eigenen Arbeitskreis. Wichtig ist dabei, dass auch hier wieder ein klarer Name gewählt wird. Dies soll verhindern, dass ein Arbeitskreis „richtige Wirtschaftspolitik“ und ein zweiter „wahre Wirtschaftspolitik“ heißt. Also sollte bereits im Namen der Geist des Arbeitskreises erkennbar sein.

An das Konzept sollten im Anhang noch weiterführende Links gefügt werden. Diese helfen den Interessierten sich vorbereitend tiefer mit dem Thema zu beschäftigen und vertraut zu machen, so dass bei einem ersten Treffen eine besseres Informationsniveau herrscht.

Mitstreiter finden

Wie findest du nun Leute, mit denen du gemeinsam arbeiten kannst? Das ist ein Prozess und Prozesse brauchen eines ganz dringend, nämlich Zeit. Politik läuft nicht davon. Nichts muss sofort eine Antwort bekommen. Gut Ding will Weile haben. Also nimmt dir die Zeit. Bitte bedenke, dass von den Mitgliedern nur etwa 10-15% aktiv sind und von diesen nur etwa 2-5% an einer dauerhaften, programmatischen Arbeit interessiert sind. Das bedeutet, dass die Zahl der Mitglieder, die bereit wären bei deinem Thema mitzuarbeiten bei 2-8 Piraten auf 1000 Mitglieder liegt. In NRW wären das bei derzeit 3488 Mitgliedern zwischen 7 und 26 Piraten.

Der beste Weg um Mitstreiter zu suchen ist seine Idee auf einem oder mehreren Stammtischen in deiner Umgebung vorzustellen. Dabei kannst du ganz frei erklären was du möchtest, deine Ideen ansprechen und andere mit deiner Begeisterung für das Thema anstecken. Tausche mit denen, die du für das Thema gewinnen kannst die Kontaktdaten aus.

Ein weiterer Weg ist es die Mailinglisten zu nutzen. Da du bereits ein Konzept entworfen hast sollte dieser Weg nicht so schwer werden. Die geeignetsten Mailinglisten hierfür sind die  Crewsprecher-Liste, die  NRW-Liste  oder die  NRW-Info-Liste. Bei letzterer ist darauf zu achten, dass diese eine enorm große Zahl an Lesern hat, aber nicht für eine Diskussion genutzt werden darf. Dafür ist die  NRW-Liste  da.

Was sollte in dieser E-Mail stehen? Nun ganz wichtig – deine Idee und das grobe Konzept für die thematische Ausrichtung des Arbeitskreises. Daneben sollten die weiterführenden Links zu Quellen sein und der Termin und Ort des Vorbereitungstreffens, bei dem du dann natürlich auch anwesend sein solltest. Für den ersten Termin eignen sich besonders Abende oder Wochenenden. Als Treffpunkt haben sich zentrale Orte in NRW, beispielsweise das  Unperfekthaus  in Essen, oder  Mumblebewährt.

Aus der E-Mail muss für einen dem Thema geneigten Leser klar und schnell ersichtlich sein, wer du bist, warum du das Thema für wichtig hältst (persönliche Erfahrung, Hintergrundwissen) und dass du für das Thema einen Arbeitskreis gründen möchtest.

Schreibe also eine Mail die zuvor genannten Listen und stelle deine Idee vor. Nun solltest du auf die Antworten eingehen und Fragen beantworten und Leute für die Teilnahme am Vorbereitungstreffen bewerben.

Hast du den Termin festgelegt und es haben Leute ihr Interesse an der Teilnahme bekundet, dann informiere bitte auch den  politischen Geschäftsführer. Dieser wird euch bei der Gründung unterstützen und bei den Formalitäten und der Bereitstellung der Infrastruktur viel Arbeit abnehmen, so dass ihr euch auf die thematische Arbeit konzentrieren könnt.

Das Vorbereitungstreffen

Es ist soweit. Eine ausreichende Zahl an Piraten und Interessierten hat sich gefunden und möchte das Thema gemeinsam mit dir bearbeiten. Glückwunsch, ein großer Schritt ist damit bereits geschafft.

Zu Beginn des Treffens macht es Sinn, kurz zu warten so dass einige Nachzügler noch eintreffen können. In der Zeit des Wartens solltet ihr die Gelegenheit nutzen um euch zu begrüßen und kennen zu lernen, denn ihr wollt ja demnächst einige Zeit gemeinsam mit der Arbeit für die PIRATEN verbringen. So kann jeder sich kurz vorstellen und seine eigene Motivation für das Interesse am Thema darlegen. Somit kann man dann leichter einschätzen welche Kompetenzen vorhanden sind.

Wenn ihr Zugang zum Internet habt, dann legt ein  neues Pad im Piratenpad  an. In diesem könnt ihr während des Treffens festhalten, wer anwesend war, das Konzept nochmals überarbeiten, die Links sammeln und eure Pläne für die weitere Vorgehensweise dokumentieren.

Während des Treffens sollte jeder Beteiligte erklären, ob er den Arbeitskreis mit der thematischen Zielsetzung, wie sie festgehalten wird und dem programmatischen Weg, wie er skizziert wird mit gründen möchte. Auch sollte jeder angeben, wie viel Zeit für die Mitarbeit aufgewendet werden kann, um späteren Enttäuschungen vorzubeugen.

Sollte es Zielkonflikte geben, d.h. die anwesenden Personen haben unterschiedliche Vorstellungen von der Art und Weise wie das politische Problem interpretiert und gelöst werden soll, dann ist es wichtig, dass eine neutrale Person die unterschiedlichen „Parteien“ dazu bringt dies zu erkennen, so dass diese je einen eigenen Arbeitskreis zum Thema gründen können. Denn eines muss klar sein.Der Arbeitskreis gibt nicht die Meinung der Partei wieder.  Der Arbeitskreis entwickelt Vorschläge, wie die Meinung der Partei zu einem Thema aussehen könnte. Ob es die Meinung der Partei wird, das entscheidet der Parteitag oder die Mitgliederversammlung.

Hat man sich auf einen gemeinsamen politischen Weg geeinigt, so skizziert man diesem im Protokoll, so dass man sich einerseits später darauf berufen kann und andererseits später hinzukommenden Interessenten einen leichteren Einstieg gewährt. Dies ist vor allem im Zuge unseres eigenen Transparenzanspruchs in einer Form zu gewährleisten, die klar und verständlich ist.

Als nächstes wählt man einen beschreibenden Namen für den Arbeitskreis. Dieser sollte so gewählt sein, dass es für den Außenstehenden sofort klar wird was die Zielsetzung und der Weg des Arbeitskreises ist. Jedoch sollte der Name auch kurz genug sein um nicht in einen Roman der Beschreibung zu verfallen. Ein oder zwei Adjektive und das Themenfeld, das angerissen wird sollte optimal sein.

Organisation der Arbeit des Arbeitskreises

Wichtig um sich nicht in den unendlichen Weiten der Politik zu verlieren ist es sich klare Strukturen zu geben und damit die Art und Weise der Zusammenarbeit zu definieren. Der  politische Geschäftsführerhat für die Arbeit von Arbeitskreisen ein Konzept entwickelt, das er  IPOP  genannt hat. Dieses empfiehlt sich für ein ergebnisorientiertes Arbeiten.

Zur Arbeit gehört auch, dass man sich in regelmäßigen Intervallen trifft um den aktuellen Stand der Arbeit zu überprüfen und ggf. neue Arbeitspakete zu schnüren.

Die Arbeit findet bei Arbeitskreisen im Regelfall aber außerhalb der Treffen statt. Jedes Mitglied des Arbeitskreises beschäftigt sich mit dem Sammeln, Bereitstellen und Lesen von Quellen und dem Schreiben von Ideen und Positionsentwürfen. Dies ist Arbeit und geschieht meist allein oder in einer kleinen Gruppe.

Bei den Treffen werden die jeweiligen Ergebnisse dann vorgestellt, diskutiert und gemeinsam überarbeitet, so dass daraus ein Positionspapier entsteht.

Zwischen den Treffen des Arbeitskreises sollten die unterschiedlichen Werkzeuge genutzt werden, die das Arbeiten erleichtern. Was man benötigt ist vor allem ein Werkzeug zum sammeln von Quellen und Dokumenten. Dafür kann man entweder ein  Piratenpad, das Wiki oder die  Piratenbibliothekverwenden. Andere Tools eignen sich bestimmt ebenfalls, jedoch sollte sich innerhalb des Arbeitskreises auf ein gemeinsames verständigt werden.

Für die Kommunikation der Mitglieder des Arbeitskreises sollte man eine eigene  Mailingliste  einrichten. Damit kann man auf die schnelle, asyncron Informationen austauschen und Ideen diskutieren. Bei der Einrichtung wird der  politische Geschäftsführer  behilflich sein, da für die Administration aus Datenschutzgründen einige Hürden zu überwinden sind.

Für die Darstellung der transparenten Arbeitsweise des Arbeitskreises sollten die Kommunikationswege offen sein. Daher richtet sich jeder Arbeitskreis eine eigene Seite im Wiki ein. Diese liegt unterhalb der Seite  NRW:Arbeitskreis. Hilfe dabei gibt es beim  politischen Geschäftsführer.

Um für die nicht dem Arbeitskreis zugehörigen Mitglieder und insbesondere für den  Vorstand  einen Ansprechpartner zu haben wählt sich der Arbeitskreis aus seiner Mitte einen Piraten, der die Rolle des Sprechers übernimmt.

Ergebnisse präsentieren

Im Laufe der Zeit wird der Arbeitskreis Positionen entwickeln, die den Reifegrad haben, dass sie vorgestellt werden können. Dafür gibt es verschiedene Kanäle. Zum einen die Erstellung von Positionspapieren und Programmpunkten für die Vorlage beim Parteitag. Zum anderen die innerparteiliche Informationsweitergabe und Schulung für bestimmte Themen. Dazu bietet es sich an eine Vortragstour zu machen.

Bei der Vortragstour ist die Zielsetzung Piraten und Bürger über die Ideen des Arbeitskreises zu informieren und darüber ggf. wieder neue Mitstreiter zu finden. Auch ist dies ein guter Weg um Anregungen und Kritik von außerhalb des Arbeitskreises aufzunehmen, die eigene Arbeit zu reflektieren und im Anschluss zu verbessern.

Eine weitere Möglichkeit die Stimmungslage der Partei für die eigenen Positionen abzuklopfen ist die Nutzung von  Liquid Feedback.

Quellen

NRW:Crewkonzept