Pressemitteilung: Urheberrecht: Kultur fördern, Freiheit schaffen

Aus Anlass des heutigen Welttags des Buches und des Urheberrechts bekräftigt die Piratenpartei NRW eindringlich ihre Forderung, das Urheberrecht rasch an die Entwicklungen der vergangenen Jahre anzupassen.
„Das derzeitige Urheberrecht wird den Chancen, die das Internet Kulturschaffenden und Künstlern bietet, nicht gerecht“, sagt Daniel Schwerd, Listenkandidat der Piratenpartei NRW zur Landtagswahl. Nach Ansicht der Piraten benachteiligt das gegenwärtige Recht Urheber in unangemessener Art und Weise gegenüber Rechteinhabern und Rechteverwertern.

Rechteinhaber verteidigen altgewohnte Bequemlichkeiten, statt sich konsequent neuen Geschäftsmodellen und der Digitalisierung zu öffnen. Die Branche verpasst auch nach zwölf Jahren Breitband-Internet in Deutschland immer noch die Chance, die Nachfrage der Konsumenten im Netz dort zu bedienen, wo sie entsteht. „Die Piratenpartei arbeitet deshalb auf eine Reform des Urheberrechts hin, die Kulturschaffenden bessere Möglichkeiten der Selbstvermarktung und mehr Unabhängigkeit von unbeweglichen Unterhaltungsriesen bietet“, sagt Schwerd.

In diesem Zusammenhang lehnen die Piraten den juristisch ohnehin nicht existenten Kampfbegriff des „geistigen Eigentums“ ab. „Kultur und Kunst werden auch immer dafür geschaffen, eine gewisse Verbreitung zu erlangen. Das Pochen auf ein Eigentum suggeriert, man müsse Kreative vor einem Diebstahl schützen, der de facto beim digitalen Kopieren nicht stattfinden kann. Gute und kreative Kunst wird von den Menschen stets respektiert und auch monetär gewürdigt – selbst im Zeitalter von Filesharing“, so Daniel Neumann, Mitglied des Landesverbands NRW und Verfasser des Urheberrechtsprogramms[1] [2] der Piratenpartei.

Die Piratenpartei NRW wird am 26.04.2012 ab 17 Uhr im Rahmen einer Mahnwache am Bolker Stern (U-Bahnstation Heinrich-Heine-Allee) öffentlich Filme zeigen und mit den Bürgerinnen und Bürgern über das Urheberrecht diskutieren.

Quellen:
[1] Entwurf für ein neues Urheberrecht: http://wiki.piratenpartei.de/wiki/images…2011-2.pdf
[2] Wahlprogramm NRW: http://www.piratenpartei-nrw.de/politik…berrechts/


Kommentare

4 Kommentare zu Pressemitteilung: Urheberrecht: Kultur fördern, Freiheit schaffen

  1. Lars Witte schrieb am

    Als Kreativer ist es meine geistige Leistung, etwas geschaffen zu haben, sei es ein Text, ein bildendes Kunstwerk oder ein Musikstück bzw. jegliche kreative Leistung. Um diese Leistung zu erbringen, war Aufwand notwendig. Ich habe Zeit investiert, die ich eben nur für diese Leistung verwenden konnte und für nichts anderes. Manchmal muss ich auch in materielle Dinge investieren, die ich benötige, um eine kreative geistige Leistung zu erbringen.
    Für diese geistige Leistung und für diesen Aufwand will ich zumindest einen Ersatz meines Aufwandes, eigentlich will ich mehr als das, ich will eine – auch materielle – Anerkennung in Form von Geld, denn ich muss meinen Lebensunterhalt bestreiten.
    Zur weiteren Verwertung meiner geistigen Leistung benötige ich Dienstleister, die sich mit solchen Dingen besser auskennen als ich. Wenn ich ein Musikstück komponiere, dann will ich es zwar auch unter die Leute bringen, aber dafür brauche ich Unternehmen, die sich auf so etwas spezialisiert haben, denn ansonsten müsste ich mich auch noch um Produktion in großer Stückzahl, Marketing, Vertrieb, Logistik, etc. kümmern, ich müsste mir also Wissen um solche Prozesse aneignen, was wiederum Zeit braucht, die ich nur für dies verwenden könnte, ich könnte in dieser Zeit nichts anderes machen, also z. B. nicht kreativ sein.
    Wenn ich ein Buch schreibe, dann brauche ich Druckereien, die es drucken, Verlage, die es über ihre Vertreter bei den Buchhandlungen anbieten, Logistikdienstleister, die es transportieren etc, bis letztlich ein Buch beim Leser landet.
    All dies ist mit Aufwand verbunden, all dies kostet Geld. Deshalb gibt es Rechteverwerter und die wollen Geld verdienen.
    Werte Piraten, allein die Tatsache, dass heutzutage etwas technisch machbar ist, muss noch nicht zwangsläufig bedeuten, dass man es auch umsetzen muss. Allein dadurch, dass heute digitale Medien einfach so kopiert werden können, ohne dass der Erbringer der geistigen Leistung davon etwas hat (wie ihr seht, vermeide ich konsequent den Begriff „geistiges Eigentum“) bedeutet noch lange nicht, dass es so bleiben muss.
    Ich will auch nicht einen Anteil an irgendeiner Flatrate, ich will für die geistige Leistung, die ich erbracht habe, bezahlt werden und zwar angemessen. Ich will nicht irgendeinen Durchschnittsbetrag bekommen, bei dem sich u. a. die Frage ergibt, wer dessen Höhe bestimmen soll.
    Es geht um mehr als technische Machbarkeit, es geht um Verantwortung und Entlohnung für eine Leistung.
    Ich weiß, euch ist die (angebliche) Freiheit des Netzes heilig, aber Freiheit hat eben auch Grenzen, auch wenn dies für manch einen schwer zu verstehen sein mag.
    Wendet man euren Ansatz konsequent an, dann kann jegliche Art von kreativer Leistung nur sterben, denn ohne angemessene Entlohnung auch all derer, die bei der Verwertung einer kreativen Leistung mitwirken, kommt es zum Tod der Kreativität.
    Letztlich ist es wirklich so: Wer kostenlos kopieren will, der schädigt den Ersteller der Leistung in einem hohen Maße. Der schädigt aber auch diejenigen, die ihm auf dem Weg zur Vermarktung seiner Leistung ihre Dienstleistung zur Verfügung stellen.
    Wenn man das nicht versteht oder verstehen will, dann ist es so neo-liberal wie all die Zocker an den Kapitalmärkten, die sich auf Kosten anderer bereichert haben.

    • Chris schrieb am

      Was ist denn eine Angemessen Bezahlung? Ein Durchschnittslohn den jeder Normalo mit Arbeiten bekommt? Wenn ja dann könnte ich das verstehen! Aber Wenn ich sehe Wie die Musiker, Schauspieler etc. leben bekommen die zu viel Geld! Wenn man nur wegen Geld Kreativ ist kann man es auch sein lassen, denn dann Spielt doch nur wieder das Geld die Rolle und ist auch wieder nichts anderes, wie die Zocker am Kapitalmarkt.

  2. Chris schrieb am

    PS: Es leben ca. 40 Millionen Menschen zwischen 14 und 49 Jahren in Deutschland und da wird bestimmt ca. 90 % schon mal was aus dem Netz gezogen haben (AUCH DU). Wollt Ihr die etwa alle Anzeigen????
    Ach ja um das Ganze zu vereinfachen werde ich eine Schenkunks-Seite eröffnen, auf dieser Seite kann dann jeder der eine CD oder Spiel etc. gekauft hat es weiterverschenken. Da dies dann bedeutet das der Jenige der Sie gekauft hat sich immer eine Sicherungskopie erstellen darf haben wir das Thema auch so behoben! Nichts ist mehr illegal.

    Beispiel mit einer CD!!

    Punkt 1: 1 Person kauft nur noch dein Album
    Punkt 2: Diese Person erstellt sich eine Sicherungskopie (erlaubt)
    Punkt 3: Diese Person verschenkt jetzt die Original gekaufte CD
    Punkt 4: Die neue Person ist jetzt der legale Besitzer
    Punkt 5: Die neue Person erstellt sich die Sicherungskopie
    Punkt 6: Das gleiche wie oben und das in Deutschland dann ca. 40 Millionen Mal!!!!!!!!
    Punkt 7: Du hast noch weniger Geld in der Tasche

  3. bodo Fast schrieb am

    Im Grunde ist der vorstehenden Presseerklärung nichts hinzuzufügen. Chris meint “ Aber wenn ich sehe wie Musiker, Schauspieler leben bekommen die viel Geld!“ Das trifft auch auf einige Schriftsteller etc. sicherlich zu. Aber nicht auf die vielen Künstler, die kaum von ihrer Kunst leben können und am Hungertuch nagen. Das Problem ist, wer Geld hat, der viel immer mehr haben. Ein uraltes allzu menschliches Problem . Ab einer gewissen Grenze findet nur noch Bereicherung auf Kosten anderer statt. Und sollte Kunst sowie Bildung nicht für alle erreichbar und erfahrbar sein.

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