Pressemitteilung: Gleichberechtigte Förderung statt selektiver Kulturpolitik

Der international sehr erfolgreiche First Person Shooter „Crysis 2“ wurde für die Auszeichnung zum besten deutschen Spiel im Rahmen des Deutschen Computerspielpreises nominiert, dessen Preisverleihung heute in Berlin stattfindet. Der Landesverband NRW der Piratenpartei kritisiert das Kulturverständnis der Unionsfraktion des Bundestages, die eine Neukonzeption des Preises fordert, da sie ausschließlich pädagogisch wertvolle Computerspiele für auszeichnungswürdig hält. [1]

Die PIRATEN NRW haben in ihrem Programm zur Landtagswahl eine Förderung von digitalen Spielen als Kulturgut verankert. [2] „Die Union zeigt ein merkwürdiges Kulturverständnis, wenn Spiele für sie zwingend pädagogisch wertvoll sein müssen“, entgegnet Elle Nerdinger, Sprecherin des Arbeitskreises Kultur NRW. „25 Millionen Gamer im Altersschnitt von 32 Jahren alleine in Deutschland sprechen eine deutlich andere Sprache. Die Vorstellung, ein Computerspiel sei nur als Lernspiel kulturell wertvoll oder würde sich ausschließlich an Kindern und Jugendlichen orientieren, entspricht weder der Realität noch der Kulturwertschätzung in Deutschland.“

Die PIRATEN NRW setzen sich für eine Medienförderung ein, die Filmen und Spielen den gleichen Wert beimisst. [3] „Es ist nicht nachvollziehbar, warum Filme mit 60 Millionen Euro jährlich gefördert werden, während die Kulturförderung für Games auf 300.000 Euro limitiert ist und zahlreiche Genres ausschließt“, kritisiert Sebastian Kreutz vom AK Medien NRW die aktuell praktizierte Kulturförderung. „Dass ausgerechnet Kulturstaatsminister Neumann Genre-Ausschlüsse fordert, während sein Filmförderfonds weitaus drastischer inszenierte Werke wie den als besonders wertvoll ausgezeichneten Film „Inglourious Basterds“ fördert, grenzt an kognitive Dissonanz.“

Der Landesverband NRW schließt sich in seiner Forderung nach einer gleichberechtigten Medienförderung an die Initiative von über 200 Kulturschaffenden aus dem Bereich der Computerspiele an. [4]

Quellen:
[1] Pressemitteilung der Unionsfraktion
[2] Programm Spielkultur und E-Sports
[3] Positionspapier Games und Filme
[4] Gamesförderung


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