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Piraten kritisieren selektive Besetzung des Gamescom-Podiums „Politics meets Gamer“

Düsseldorf, 13.08.2013

Im Rahmen der diesjährigen Computerspielemesse Gamescom findet am 21. August in Köln die Podiumsdiskussion „Politics meets Gamer“ statt, welche ausschließlich mit Vertretern von CDU, FDP, SPD und Grünen besetzt sein wird.
„Andere Parteien verstehen unter Gamespolitik primär die einseitige Handhabung des Urheberrechts oder die Stigmatisierung von Erwachsenenspielen als sogenannte ‚Killerspiele‘. Diese Diskussion ist jedoch für Gamer selbst schon lange beendet, sie haben konkretere Probleme, wie beispielsweise den Onlinezwang bei Spielen oder das Verschwinden des Gebrauchtspielemarktes“ kommentiert Andreas Graaf , Listenkandidat der NRW-Piraten, das Verhalten der anderen Parteien zum Thema Games.

„Wir setzen uns seit Jahren für die Verbraucherrechte von Gamern und ein faires Urhebervertragsrecht ein, welches nicht nur die grossen Entwicklerstudios favorisiert.“ erläutert Elle Nerdinger vom Arbeitskreis Kultur und Medien die politische Haltung der Piraten zur Gamespolitik: „Die Entscheidung, die unbestrittene Expertise der PIRATEN in diesem Thema hier bewusst auszuklammern, dürfte für die Veranstalter ihrer Zielgruppe gegenüber nicht leicht zu erklären sein.“

Die selektive Auswahl der Parteien und der politischen Vertreter auf der Gamescom sorgt schon seit längerer Zeit für Unmut. Bereits auf den vergangenen Gamescom-Veranstaltungen zeigte sich das rege Interesse an der Piratenpartei. So wurden die Jungen Piraten von einem Aussteller eingeladen, um als Mitaussteller aufzutreten und so die politische Debatte zu befeuern. Durch die Intervention des Messeveranstalters wurde diese Teilnahme jedoch verhindert; lediglich die Junge Union wurde schlussendlich als Aussteller zugelassen.

Die Piratenpartei NRW engagiert sich seit 2009 für die Wahrnehmung des Mediums als Kunst- und Kulturgut. Dabei fordert sie eine Gleichbehandlung von Computer- und Videospielen in der Medienförderung und einen zeitgemäßen Jugendschutz, der nicht zur Selbstzensur von Spieleautoren führt.

Politisch wurde das Thema Games bisher hauptsächlich aus der wirtschaftlichen Perspektive von Publishern behandelt. Die Piraten haben jedoch stets auch die Interessen von Gamern und Entwicklern ins Auge gefasst. Lukas Lamla, der kulturpolitische Sprecher der Piratenfraktion im NRW-Landtag bemängelt das Fehlen der Piraten in der Podiumsdiskussion: „Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) als Ausrichter der Gamescom wäre im Sinne eines offenen und vielschichtigen Diskurses gut beraten, ein solches Podium breiter aufzustellen.“