Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung

Bild: TIMECODEX CC BY NC ND

Am 24. Februar 2009 wurde das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (BRK) von Deutschland ratifiziert. Eine Umsetzung ist bisher aber nur halbherzig und in vielen Bereichen noch gar nicht erfolgt.

Dazu Stefan Kottas, Koordinator der AG Inklusion und Listenkandidat der Piratenpartei zur Landtagswahl in NRW:

„Es ist dringend nötig, das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Probleme von Menschen mit Behinderungen zu schärfen. Nicht nur am heutigen Gedenk- und Aktionstag, sondern regelmäßig. Keine Behinderung zu haben ist nicht der Verdienst eines Einzelnen, sondern purer Zufall. Eine Behinderung kann jeden treffen. Im Durchschnitt ist gut jeder achte Einwohner (13 Prozent) behindert, fast jeder zehnte sogar schwerbehindert (9,6 Prozent). Trotzdem werden die vielfältigen Bedürfnisse im öffentlichen Bereich, bei städtebaulichen Maßnahmen, im ÖPNV, aber auch im privatwirtschaftlichen Bereich häufig außer acht gelassen.“

Menschen mit Behinderungen beklagen unter anderem, dass viele Geschäfte, Arztpraxen, Cafés, Kneipen, Kinos und andere öffentlich zugängliche Gebäude und Plätze aber auch immer noch einige Rathäuser nicht barrierefrei sind, sowie dass in städtischen Verkehrsmitteln häufig E-Scooter nicht mitgenommen werden und die Umsteigezeiten oft zu knapp sind.

Oliver Graf, der als Mensch mit Behinderungen für die Piratenpartei im Stadtrat von Wuppertal sitzt ergänzt:

„In der Stadtverwaltung wird oft viel zu wenig geschultes Personal für die Anliegen von Menschen mit Behinderungen eingesetzt.“ Er fordert die personelle Aufstockung des Inklusionsbüros im Wuppertaler Rathaus, um dem Anliegen gerecht zu werden.

Manchmal erschwert aber auch das Verhalten von einzelnen Menschen ohne Behinderung das Leben von Menschen mit Behinderungen unnötig, wenn sie einen Behindertenparkplatz oder einen Behindertensitzplatz belegen.

Eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist für Menschen mit Behinderungen nicht möglich, solange wesentliche Barrieren weiterhin bestehen.


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