Über 40 Jahren Frauenrechte, 20 Jahren Gewaltschutz und die Gewalt gegen Frauen in Deutschland steigt weiter; fast täglich stirbt eine Frau durch Partnergewalt. Antifeministische Hassnetzwerke werden kaum bekämpft. Die Politik handelt zu zögerlich. Es braucht jetzt klare, wirksame Maßnahmen und mehr Schutz für Frauen.

Die Zahlen offenbaren ein erschreckendes Versagen: Trotz jahrzehntelanger gesetzlicher Bemühungen verringert sich die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt und Femizide nicht. Fast täglich wird in Deutschland eine Frau durch die Hand ihres Partners oder Ex-Partners getötet.

Hinzu kommt eine weitere gefährliche Entwicklung: Antifeministische Bewegungen und die sogenannte „Manosphere“ – Netzwerke und Foren, in denen Frauenhass/Misogynie und toxische Männlichkeitsbilder verbreitet werden – wachsen und verfestigen sich zunehmend. Diese Strömungen fördern eine Kultur der Gewalt und Verachtung gegenüber Frauen, schaffen ein gesellschaftliches Klima, das Femizide und häusliche Gewalt begünstigt. In diesen Kreisen wird Frauenhass offen toleriert und verbreitet, während Bund, Länder und Kommunen mit Hilfe der Sicherheitsbehörden viel zu zögerlich und unzureichend intervenieren.

Die mangelnde Auseinandersetzung mit diesen digitalen Hassräumen und deren Einfluss auf reale Gewalttaten ist eine eklatante Schwäche im deutschen Schutzsystem. Es ist ein Skandal, dass solche frauenfeindlichen Netzwerke oft unbehelligt agieren können, obwohl sie eine direkte Gefahr für das Leben vieler Frauen darstellen.

Die Gesetze existieren, doch ihre Umsetzung und vor allem die Präventionsarbeit bleiben schleppend und unzureichend. Deutschland investiert zu wenig in flächendeckende Aufklärung, frühzeitige Interventionen und wirksame Schutzmechanismen. Die Kluft zwischen rechtlichen Ansprüchen und der tatsächlichen Lebenswirklichkeit vieler Frauen ist dramatisch.

Unsere Forderungen

Um dieser dramatischen Situation wirksam zu begegnen, fordern wir klare und konkrete Maßnahmen:

  • Deutliche Erhöhung der finanziellen Mittel für Gewaltschutz und Frauenförderung, um chronische Unterfinanzierung zu beenden und flächendeckende Hilfsangebote zu gewährleisten
  • Ausbau von Schutz- und Unterstützungsangeboten für Opfer sexualisierter und häuslicher Gewalt, inklusive Notunterkünften, Beratungsstellen und psychosozialer Betreuung
  • Gezielte Schulungen für Polizei, Justiz und soziale Dienste, um Täter konsequenter zu verfolgen und Betroffene besser zu schützen und zu begleiten
  • Verstärkte Präventionsarbeit in Schulen und öffentlichen Einrichtungen, um gesellschaftliche Sensibilisierung für Gewalt gegen Frauen zu fördern und frühzeitig gegen frauenfeindliche Einstellungen vorzugehen
  • Konsequente Bekämpfung von Hass im Internet, insbesondere gegen antifeministische und misogynistische Netzwerke („Manosphere“), durch moderne Überwachungs- und Interventionsstrategien
  • Bessere Vernetzung und Ausstattung von Polizei, Justiz und sozialen Diensten, um schnelle, koordinierte und effektive Hilfe für Opfer zu garantieren
  • Förderung gesellschaftlichen Wandels, der Frauenrechte und Gleichberechtigung nicht nur gesetzlich, sondern auch kulturell und alltäglich verankert

Wir brauchen keine Lippenbekenntnisse. Nur mit entschlossenem Handeln, ausreichend Ressourcen und einer klaren gesellschaftlichen Haltung gegen Gewalt und Frauenhass kann Deutschland das Versprechen von Schutz und Gleichberechtigung endlich erfüllen.

Hintergrund

Bereits am 12. Dezember 1985 hat Deutschland die UN-Frauenrechtskonvention (CEDAW) ratifiziert – also vor über 40 Jahren. Das Gewaltschutzgesetz wurde am 1. Januar 2002 eingeführt, also vor mehr als 20 Jahren, um Frauen vor häuslicher Gewalt zu schützen. Ergänzend dazu wurde das Gewalthilfegesetz entwickelt, das 2025 in Kraft trat, um die Unterstützung und Hilfe für Betroffene weiter zu verbessern. Trotz dieser teilweise sehr lange bestehenden gesetzlichen Grundlagen ist die Realität erschütternd.
Allein die aktuelle Studie des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen erfasst 1.666 versuchte und vollendete Tötungsdelikte an Frauen im Zeitraum 2014 bis 2023 – ein Zeitraum von nur zehn Jahren. Ein großer Teil davon sind Femizide, also Morde an Frauen aufgrund ihres Geschlechts, meist durch (Ex-)Partner.

3 Kommentare zu “Femizide – und keine Hilfe in Sicht

  1. Das Islamisten weltweit für die meisten Hass gegen Frauen verantwortlich sind bleibt im Artikel unerwähnt. Statt dessen wird Internetüberwachung und Zensur gefordert.

    Ihr seid weder für Feminismus noch für Internetfreiheit. Ihr betreibt nur Virtue Signaling um so zu tun als ob. Das ist das Fazit vom Lesen dieses Artikels.

  2. Hallo Liberale Trulla !

    Einige der hier angesprochenen Maßnahmen würden doch auch Frauen die vor Islamisten fliehen helfen. Ich meine vor allem Frauenhäuser etc. Anlaufstellen um da raus zu kommen. Da müsste man in der Tat mehr investieren. Auch die von den Piraten vorgeschlagenen Programme an Schulen etc können da ja helfen um einen Sinneswandel in zukünftigen Generationen zu fördern. Daher finde ich deine Kritik jetzt etwas arg hart.

    Ansonsten fände ich es wünschenswert wenn es Justizreform gibt, damit Gewalt gegen Frauen härter bestraft werden kann und zum Beispiel Vergewaltiger nicht frühzeitig freikommen. Wäre ja was das man aufgreifen könnte.

    Info an die Admins hier, eure Captcha expired so schnell das man stakkato tippen muss und die Zeit zum Abschicken dann hinterher kaum reicht. Evtl paar Minuten mehr Zeit geben ?

  3. Ich möchte hier doch mal die beiden Vorkommentatoren darauf hinweisen, dass Gewalt gegen Frauen kein „ausländisches!“, „importiertes“ oder islamisches Problem ist.
    Bevor all diese Menschen zu uns kamen, haben bereits deutsche Männer deutsche Frauen verprügeln, ermordet oder ihnen sonstwie Gewalt angetan.
    Und sie tun es noch heute.
    Das Problem ist nicht „Ausländer sein“ sondern schlicht und erschreckend: Mann sein.
    Akzeptiert das endlich und versucnt nicht, prügelnde Männer nur in anderen Religionen oder Kulturen zu suchen.
    Damit tragt Ihr nur dazu bei, dass das Problem nie gelöst wird, weil nur in eine Richtung geguckt wird.

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