Adventskalender —“ 16. Dezember: „Wie alles begann…“

Hartnäckig halten sich die Gerüchte, die Piratenpartei wäre schon 2006 quasi aus dem Nichts gegründet worden und hätte sich dann Schritt für Schritt mühsam ans Licht gekämpft. Das ist natürlich eine Legende und ich bin froh, das hier endlich richtigstellen zu können. Schon seit längerem gibt es Zweifel an dieser Geschichte, denn allein schon die Tatsache, Piraten hätten mehrere Jahre kontinuierlich produktiv zusammengearbeitet, scheint unglaubwürdig. Absurd wird es dann bei der Behauptung, man hätte diese Arbeit selbst erbracht und nicht etwa kopiert oder aus dem Internet herruntergeladen.

Tatsächlich ergab es sich zu der Zeit, dass alle Welt geschätzt (überwacht) werden sollte. Just zu dieser Zeit suchten wir mit unserer kleinen Internet-Laienspieltruppe einen Nachfolger für unser Erfolgsstück ‚Bernie und Ert‘. Es sollte ein echter Kassenschlagerwerden, aber ‚Der Hobbit‘ war leider schon markenrechtlich geschützt, also nannten wir es ‚Der Pirat‘. Um diesen Coup zu feiern trafen wir uns dann in einem Wellness-Hotel an der hessisch-bayerischen Grenze und feierten erstmal ein ganzes Wochenende. Wir lernten dort einen cleveren Partyveranstalter kennen, der daraus dann eine ganze Partyreihe unter dem Label ‚BPT‘ (big party time) gemacht hat.

Unser Erfolg blieb natürlich nicht unbemerkt und so versuchten hessische Imitatoren noch im gleichen Jahr auf unserer Erfolgswelle zu reiten mit einem Spinoff namens LPT bzw. nach langer Auseinandersetzung mit den Behörden auch LTW. Dieses LTW war anfangs sogar als jährliche Veranstaltung konzipiert, schlief nach dem zweiten Mal aber ein und wird nun dort nur noch alle paar Jahre veranstaltet. Der Funke sprang aber über und so wurden mehr und mehr Bundesländer mit der Partywelle infiziert.

Unterdessen planten wir für unsere Tour einen weiteren PR-Coup, einen Auftritt im Nirgendwo – in Bielefeld. Im Rückblick muss man sagen, dass wir damals noch nicht wußten, was da auf uns zukam. Viele unfertige Stücke und auch so mancher Statist sind seit jenem Auftritt nicht mehr auffindbar, als wären sie in ein schwarzes Loch gestürzt.Aus Geldnot beschlossen wir dann, mit unserem Nachfolgestück zu ‚Der Pirat‘ an einem Talentwettbewerb teilzunehmen, um endlich bundes-, ja sogar europaweite Berühmtheit zu erlangen. Vor besondere Probleme stellte uns dabei noch die Tatsache, dass die beiden wichtigsten Wettbewerbe im gleichen Jahr kurz hintereinander stattfinden sollten. Aber wir fanden zum Glück eine freundliche Personalmanagerin, die in NullKommaNix sehr viele Leyen-Darsteller aquirieren konnte.

Und tatsächlich! Sowohl im europaweiten Talentwettbewerb als auch im bundesweiten landeten wir auf einem guten Platz und erhielten einen mehrjährigen Förderungsvertrag, der den Fortbestand unseres Nachfolgestücks namens ‚Piratenpartei‘ vorerst absichern konnte.Soviel erstmal zu der Geschichte und lasst Euch von keinem etwas Anderes erzählen!

Euer Jens Seipenbusch

*Singt*

Wir lagen 2006 vor Darmstadt
Und hatten die Wut an Bord.
In der Politik da faulte die Zukunft
Und Rechte gingen über Bord.

Ahoi! Piraten. Ahoi, ahoi.
Leb wohl kleine Insel, leb wohl, leb wohl.


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