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Nur die Not bringt Bewegung

Jetzt also Platzsharing. Das Familienministerium führt nun also flexible Betreuungszeiten in KiTas ein. Das ist eigentlich sinnvoll, und viele Eltern haben sich das schon lange gewünscht. Eltern die Freiheit geben, KiTas nur für einen Teil der Woche zu nutzen, das passt gut zu Piratenforderungen.

Allerdings haben wir da einen Verdacht: Nutzt das Familienministerium das Platzsharing jetzt nur als Sparmaßnahme? Soll das Platzsharing nun die drohenden Klagen abwenden? KiTas mit Platzsharing werden höheren personellen Aufwand haben, vor allem durch viel mehr Verwaltung und Dokumentation. Wenn das Ministerium da nicht auch den Personalschlüssel angleicht, dann ist das nicht zu Ende gedacht und Sparen auf dem Rücken der ErzieherInnen – also letztlich ein Sparen an der Qualität und ein Sparen am Wohl der Kinder.

Und ist es nicht schade, dass das Ministerium die Bitte der Eltern um Flexibilisierung erst dann aufgreift, wenn die Not es dazu zwingt? Schon ewig wünschen Eltern die Abkehr von strenger Bürokratie und starren Regelungen – jetzt, wo die Klagen drohen, jetzt hofft man offenbar auf Sparpotential und sinkenden Druck.

Wir werden also genau auf die Ausführung der flexiblen Betreuungszeiten schauen und hoffen, dass die sinnvollen Wünsche der Eltern in Zukunft auch ohne große Not beim Ministerium Gehör finden.

Autor: Holger Hennig, Mitglied des AK Bildungspolitik NRW