NSA – Gehackte SIM-Karten – Einbruch in Mobilfunknetze – Geheimdienste jetzt abschaffen!

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Düsseldorf, 21.02.2015

Laut geheimen Dokumenten aus dem Fundus des amerikanischen Whistleblowers Edward Snowden, die die Enthüllungsplattform „The Intercept“ veröffentlicht hat [1] , sind die NSA und der britische GCHQ unter anderem in die internen Systeme des SIM-Karten-Herstellers Gemalto eingebrochen und haben die Verschlüsselungscodes für die Kommunikation zwischen Mobilfunkanbietern und Mobiltelefonen gestohlen. NSA und GCHQ sind dadurch offenbar technisch in der Lage, weltweit praktisch jegliche Mobilfunkkommunikation zu entschlüsseln und somit abzuhören. Auch können bereits aufgezeichnete Signale nachträglich entschlüsselt und ausgewertet werden. Dies alles geschieht hinter dem Rücken des Mobilfunkanbieters ohne einen richterlichen Beschluss und damit ohne demokratische Kontrolle.

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Um ihre Privatsphäre zu schützen, sollten Benutzer ihre Kommunikation daher mit zusätzlicher Software verschlüsseln, rät Jens Stomber, Themenbeauftragter der Piratenpartei für den NSA-Skandal. Dafür stehen insbesondere für Android Smartphones zahlreiche freie und einfach zu bedienende Anwendungen zur Verfügung [2].

Die Dokumente enthalten jedoch auch Hinweise darauf, dass die Dienste mit den gleichen Methoden wie im Fall Belgacom („Operation Socialist“) [3] auch in die internen Netzwerke von verschiedenen Mobilfunkanbietern eingedrungen sind und über die Möglichkeit verfügen, Abrechnungsdaten zu verfälschen. Dadurch sind sie offenbar in der Lage, verräterische Kommunikation des überwachten Mobiltelefons vor den Augen des Netzbetreibers und des Eigentümers und zu verbergen, sodass dieser selbst dann keinen Verdacht schöpfen kann, wenn sein Telefon heimlich in eine Abhörwanze umfunktioniert wurde. Über diese Fähigkeit gibt es zwar bisher in den Dokumenten keine konkreten Hinweise, jedoch stiftet die Manipulation von Abrechnungsdaten nur unter dieser Annahme einen Nutzen. Wenn nicht nur der Schlüssel der SIM-Karte bekannt ist, sondern die Software des Mobiltelefons selbst kompromittiert ist, schützen auch zusätzliche Verschlüsselungsanwendungen nicht.

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Patrick Schiffer, Landesvorsitzender der Piratenpartei NRW dazu: „Moderne Technik in der Hand der Bürger scheint nicht länger die Arbeit zu erleichtern, sondern zu einem ernsten Sicherheitsrisiko zu werden. Wir können es nicht hinnehmen, dass unsere Firmen, unsere Kinder und wir von ausländischen Geheimdiensten auf Schritt und Tritt verfolgt und überwacht werden.“ Schiffer ergänzt: „Nicht nur unsere Telefonate sollen mitgehört werden, auch Arbeitsplätze in NRW sind vor dem möglichen Datendiebstahl aus dem Ausland bedroht. Diese Maßnahmen lassen sich mit der üblichen Terrorismusrhetorik nicht begründen. Eine anlasslose und flächendeckende Überwachung aller Bürger ist durch nichts gerechtfertigt. Das muss ein Ende haben! – Geheimdienste abschaffen – jetzt!“

Quellen:

[1] PCS Harvesting at Scale http://cryptome.org/2015/02/gchq-pcs-harvesting-intercept-15-0219.pdf

[2] Beispielanwendungen zur Verschlüsselung von mobiler Kommunikation (Telefonate und SMS)

[3] SPIEGEL: „Operation Socialist“


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