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Zum Tag der Organspende ein Gastbeitrag von Tatjana Kordić Aguiar

Leiden – ein Ort an dem über Freud und Leid entschieden wird

Wie jeden 1. Samstag im Juni ist auch heute Tag der Organspende. Bereits 2017 habe ich für die Piratenpartei einen Beitrag dazu geschrieben.

Fünf Jahre später hat sich leider nicht viel verändert. 2020 waren etwa 9.100 Menschen auf der Warteliste für eine Organspende. Es gab 913 Organspender:innen und 767 potentielle Empfänger:innen auf der Warteliste sind verstorben.

Auf der Liste zu sein, ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Dabei kommt gar nicht jede:r, der ein Organ benötigt, auf die Warteliste. Viele sind dafür gar nicht mehr „fit“ genug, haben bspw. Begleiterkrankungen. So wäre eine Transplantation nicht Erfolg versprechend, weshalb Personen, bei denen eine Transplantation mit höherer Wahrscheinlichkeit aussichtsreich verläuft, bevorzugt werden.

Was haben wir PIRATEN gemacht?

Im Blogbeitrag von 2017 habe ich erwähnt, dass viele Gespräche geführt wurden und auch Anträge formuliert werden sollten. Während der WP555 „Organspendeausweis“ auf dem Bundesparteitag 2021.1 abgelehnt wurde, wurde er bereits im Oktober 2019 beim Landesparteitag NRW angenommen.

So haben wir zumindest in NRW endlich eine Position zu diesem Thema. Wir sind für die Widerspruchslösung. Da wir eine Registrierung in einem Widerspruchs- oder Organspenderegister ablehnen, soll der Widerspruch auf dem Organspendeausweis mitgeführt werden. Eine formlose Erklärung ist ebenfalls gültig. Die Hirntodfeststellung soll weiterhin von zwei unabhängigen Ärzt:innen, die nicht an der Transplantation beteiligt sind, durchgeführt werden.

Wo und wie verbringe ich den Tag der Organspende?


Ich verbringe den diesjährigen Tag der Organspende passenderweise unweit von Eurotransplant in Leiden. Eurotransplant ist ein Verbund mehrerer europäischer Länder, die Organspenden nach einem festgelegten Schema unter den Mitgliedsländern verteilt. Bei der Verteilung kommt es nicht nur auf den Gesundheitszustand des/der Organempfänger:in, sondern zudem auf die Wartezeit, die Entfernung zum Organangebot und auch der Übereinstimmung der Merkmale an. Ich bekam 2017 eine „Full House“-Niere. Das bedeutet, dass die wichtigsten fünf Merkmale perfekt übereinstimmten.

Leider fällt Deutschland seit Jahren als Importmeister auf und bringt kaum Organangebote ins System ein.

Deshalb mein Appell: Bis wir vor allem das Problem der Sterbenden auf der Warteliste gelöst haben, besorgt euch einen Organspendeausweis und füllt ihn aus. Ihr könnt ankreuzen, ob ja oder nein, welche Organe bzw. welche ausgeschlossen werden sollen, oder aber wer entscheiden soll. Die Entscheidung zählt! Sie nimmt trauernden Angehörigen den Druck im Falle eines Todes.

Solltet ihr nicht wissen, wo ihr einen herbekommt, wendet euch an eure Krankenkasse oder kommt zu unseren Parteitagen. Wir haben immer einige dabei und stehen auch für Fragen zur Verfügung!

Tatjana ist Beisitzende im Landesvorstand der PIRATEN NRW, Koordinatorin der AG Inklusion und aktiv in der Selbsthilfe zu den Themen Blindheit und Organspende.

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