Alles nur geklaut FDP?

Bild: be-him CC BY NC ND

Ein Kommentar von GrmpyOldMan:

Vor etwas mehr als einer Woche wurde der Öffentlichkeit mit einigem Tamtam das neue Logo der FDP vorgestellt.

Bei mir als gelerntem Schriftsetzer mit knapp 20 Jahren Berufserfahrung, war die Neugierde natürlich groß… was schreibt die Medienwelt?
Bereits Anfang Dezember geisterten einzelne kritische Artikel durch die Magazinwelt:
„Kuriose Kampagne“ titelte der „Stern“ und das Standard-Agenturblatt „Horizont“ spricht vom „provokanten Werbecomeback“ – hauptsächlich, da die Kandidatin Katja Suding als „Unser Mann für Hamburg“ präsentiert wird.
Die „WuV“ legt dann noch eine kleine ranzige Twitter-Sammlung nach, in der der Kommentar von Rayk Anders besonders hervorsticht – also alles so ein bisschen in die Richtung von #gutgemachtFDP.

Durch die Gender-Debatte ist also bereits die Grundaufmerksamkeit gegeben – aber was ist mit dem grafischen Gesamtaufbau – den kenne ich doch irgendwoher?

Das 2012er-Designteam der Piraten in NRW hatte ja innerhalb kürzester Zeit etwas zur damaligen Wahl zusammenstellen müssen – ein rascher Blick ins Archiv und siehe da; bereits bei den Erstentwürfen befinden sich Texte innerhalb von „Balken“, wie sie sich letztlich bei der 2012er Kampagne der Piraten in NRW durchgesetzt hatten.
Leicht schrägt, leicht überlappend, groß und gut lesbar.

Die SPD hatte 2005 im Bundestagswahlkampf einen ähnlichen Ansatz gewählt, der aus meiner Sicht aber etwas zu trist wirkte.

Werfen wir nun also den Blick auf die aktuellen Typoplakate der FDP, zu finden in ihrem eigenen „ThinkLiberal“-Online-Shop und das Ergebnis kommt Piraten doch sehr bekannt vor.
In NRW hatten die Piraten dann für die 2. Plakatwelle erstmalig auf bunte Portraits von Basismitgliedern an Stelle von Kandidaten gesetzt, das ist in der jetzigen FDP-Kampagne durch Schwarz-/Weiß-Motive (in dem Fall der Kandidatin) optisch sehr ähnlich. Ähnlich?

Jetzt isses aber mal gut… Beispiele:

Piraten Berlin 2011 / FDP Hamburg 2015

Piraten-AGH-Wahl-Geheimvertrag UnserMannfuerHamburg

Piraten 2012 / FDP 2015

plakat_waehlbar 362_0.png

Ich weiß ja nicht, wieviel genau die Kampagne jetzt gekostet hat – aber das hätte die FDP als Ergebnis also eindeutig günstiger einkaufen können.

Ach ja, vereinzelt finden sich noch liberale Restposten im „ThinkLiberal“-Shop – aber das „Liberale“ hat ja dann nach Thomas Oppermanns Aussage 2012 nur noch eine Partei bundesweit als Anspruch – die Piratenpartei.

Und „aus den Liberalen sind .. Demokraten geworden. Das ist die gute Nachricht“, so die Süddeutsche Zeitung vom 07. Januar.

Liebe FDP:

Falls wieder einmal neue Ansätze benötigt werden und die seit Jahren geliebte Agentur in Berlin für Euch zukünftig nicht mehr bezahlbar ist – sämtliche Plakatvorlagen der Piraten aller Bundesländer finden sich unter CC-Lizenz gut versteckt in unserem Wiki.


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